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Die Neue Zerrissenheit / A New Disruption

8. Juni 2018

Auch wenn man mit dem „Biedermeier“ etwas anderes assoziiert, so war diese Ära eine Zeit grossen Umbruchs und weitreichender Veränderungen.

Das aristokratische System konnte dem Fortschritt und dessen Anforderungen nichts entgegensetzen, aus der Sicht des Adels lebte man in der besten aller Welten und man tat alles daran, die Dinge so zu belassen – doch die seit Generationen bewährten Methoden versagten Stück um Stück, es mangelte an Einsicht, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

Die Aristokratie hatte ihr System zwar penibel in Gesetzen und Paragraphen fundamentiert, ebenfalls waren die staatlichen Gewalten fest in ihrer Hand, jedoch zerfiel der Untergrund auf dem sie standen.

Die zunehmende Industrialisierung machte hochwertige Produkte und Werkzeuge sehr plötzlich sehr günstig und leicht zugänglich. Der demokratisierung der Gebrauchsgegenstände folgte die demokratisierung politischer Strukturen, ab nun zählte nicht mehr die Herkunft, sondern das Können.

Es war eine Zeit der ‚Macher‘ und nicht eine der ‚Verwalter‘. Bürokratie ist grundsätzlich erhaltend orientiert und kann sich ebenfalls nur sehr langsam an Veränderungen anpassen. Das bedeutet, dass gesetzliche Regelungen und Standesvereinigungen dem rasanten Fortschritt ebenfalls hinterher waren und der ihrer regulativen Funktion einfach nicht nachkamen.

 

Aufgrund der rasanten Entwicklungen war das Säugetier Mensch gefordert: die Anpassungsfähigen umarmten den Fortschritt und trieben die Entwicklungen mutig mit aller Kraft voran, die konservativen Kräfte reagierten mit Ablehnung und Regression. Gleichzeitig war die Industrialisierung aber eine Verschiebung der Macht- und Gewaltverhältnisse, in einer bis zu diesem Zeitpunkt einzigartigen Phase eines europäischen Friedens. Dieser legte die Saat für die Vision einer gesamteuropäischen Einheit, die in den nachfolgenden Kapiteln europäischer Geschichte, zum Beispiel in Stefan Zweig, aufging und in der Europäischen Union im 20. Jahrhundert vollzogen wurde.

Die Zerrissenheit der Zeit spiegelt sich in Ihrer kleinsten Zelle der Gesellschaft, dem Menschen, wieder: ein unsicherer, doch mitunter einträglicher Lebensunterhalt in einer Welt des stürmischen Wandels und als Ausgleich Rückzug in eine vertraute Umgebung, die Familie, kennzeichnen die neu entstehende Mittelschicht, die man heute eher geringschätzend als Bürgertum bezeichnet und mit dem man das Biedermeier vorwiegend zu charakterisieren versucht. Diesem Umstand kann man auch die Verklärung der Vergangenheit, die Idealisierung des ‚einfachen‘ Handwerkers, dem mühevollen Landlebens oder die Besinnung auf eine nationale Identität zuschreiben.

Diese Zerrissenheit und Unsicherheit, sowie die Bequemlichkeit der Errungenschaften des Fortschritts wurden schnell als politisches Kapital missbraucht, um den vielen und unüberschaubaren Strömungen Zulauf und Unterstützung zu verschaffen.

Wütende und aufbegehrende Studenten forderten das herrschende System heraus, Arbeiter forderten vehement Rechte ein, die Arbeitslosigkeit und Armut der Bevölkerung wurde geschickt zum Vorteil aller Akteure auf der politischen Bühne verwendet.

Das Aufkommen eines neuen Mediums zur Verbreitung von gelenkter Information unterstützte diese Machenschaften: ab 1843 machte der Rotationsdruck hohe Auflagen der Zeitung zu einem erschwinglichen Preis möglich, die allgemeine Schulbildung hatte zudem eine breite Leserschaft geschaffen. Der Staat begann jene Kommunikationskanäle und seine Bürger im Namen der ‚allgemeinen Sicherheit‘ zu überwachen um so etwas wie Bürgerrechte gar nicht erst aufkommen zu lassen.

 

In diesem Chaos unterschiedlicher Interessen und Strömungen waren die Herrschenden plötzlich ihrer Privilegien beraubt, sie standen diesen Neuerungen hilf- und ratlos gegenüber, zu lange konnte sich der Adel sich auf dem von ihm geschaffenen System ausruhen, zu lange war der technologische Vorteil in ihrer Hand. Die sorgfältig konservierenden und regulierenden Mechanismen liefen ins Leere und konnten nicht mehr angewendet werden.

 

Heute, im 21. Jahrhundert haben sich die Rahmenbedingungen geändert, Errungenschaften der sozialistischen Revolution, im Biedermeier und der Industrialisierung mit Blut bezahlt, sind für uns eine Selbstverständlichkeit geworden und werden als Grundrecht wahrgenommen. Demokratisch gewählte Regierungen haben den Adel abgelöst und wir glauben uns über den gesellschaftlichen Zwängen der damaligen Menschen erhaben.

 

Dennoch: viel von dem oben Beschriebenen wirkt allzu aktuell.

 

Jene demokratisch gewählten Regierungen stehen den Veränderungen der heutigen Zeit genauso hilf- und ratlos gegenüber. Die Politik hat keine Relation zum Alltag ihrer Wähler mehr und Aussagen ihrer Vertreter in den Medien zeugen von Abgehobenheit. Im Namen der ‚Sicherheit‘ werden die damals teuer erworbenen Rechte vom Staat beschnitten und die modernen Kommunikationskanäle bespitzelt. Soziale und umweltpolitische Initiativen werden kriminalisiert und finanziell ausgehungert.

 

Die Vertreter staatlicher Macht versuchen erneut den Verlust ihrer Kontrolle mit aller Kraft zu verhindern, wieder werden Armut, Arbeitslosigkeit und prekäre Verhältnisse als Werkzeuge eben dieses Machterhalts eingesetzt.

 

Die Anpassungsfähigen gehen erfolgreich in die neue Zeit, die Konservativen berufen sich erneut auf fragwürdige nationale Identitäten, traditionelle Gesellschaftsbilder, beklagen lautstark den Verlust irgendwelcher Werte und verklären die Vergangenheit. Undurchsichtige Strömungen seltsamer politischer Akteure buhlen um Zulauf, traditionelle Geschlechterrollen prallen auf progressive Lebensstile.

Es findet erneut eine Demokratisierung der Gesellschaftsordnung statt, lediglich die Bühne ist weiter und grösser geworden. Ebenso verschiebt der leichte Zugang zu technologischem Fortschritt Machtverhältnisse aufs Neue, es findet erneut eine Demonopolisierung der Gewalten statt.

 

Doch werden die konservativen Kräfte heute genauso scheitern wie der weiland der Adel, den Fortschritt ungeschehen zu machen ist nicht möglich.

 

Als nach der Wiener Revolution, die gemeinhin als das Ende des Biedermeiers verstanden wird, auch der nachfolgende Klassizismus und das Musil’scheKakanien‚ sein Ende fand, begann in naiver Leichtgläubigkeit des Adels einer der furchtbarsten Kriege der Menschheitsgeschichte: der erste Weltkrieg.

‚Naive Leichtgläubigkeit‘, weil die Initiatoren meinten, es handle sich um einen Krieg, wie alle bisherigen. Klar definierte Scharmützel, die Ruhm, Ehre und Landgewinn versprachen.

‚Furchtbarster der Menschheitsgeschichte‘ deshalb, weil eben jener Fortschritt, den der Adel wahrzunehmen nicht imstande war, diesen zum ersten ‚industriell‘ geführten Krieg mit Massenvernichtungswaffen aller Art gemacht hat. Grausamkeiten, die sich kein Mensch vorstellen konnte, eine brutale Leugnung alles dessen, das den Menschen seiner Meinung nach menschlich macht. Stillstand und Regression, Unverständnis und Machtgier, und generell das Unvermögen verändernde Realitäten wahrzunehmen haben Europa nachhaltig traumatisiert und kurz darauf in den nächste Katastrophe geführt.

 

Nicht jede Entwicklung des Fortschrittes ist von Vorteil für den Menschen, aber diesen zu leugnen ist fatal. Auch wenn der Grossteil der Spezies Mensch mit den Anforderungen der Gegenwart überfordert zu sein scheint, so gibt es immer wieder Begegnungen, die Hoffnung für eine bessere Zukunft, als jene, die die Menschen des 19. Jahrhunderts vor sich hatten, machen.

In den dunklen Stunden der Seele verbleibt jedoch immer ein

Nihil Novi Sub Sole

 


 

Although “Biedermeier” is commonly associated in other respects, it was a time of great upheaval and long range changes.
The aristocratic system couldn’t withstand progress and it’s demands, on grounds of the nobility it was the best of worlds and everything was done to preserve the status quo – but the methods, well proven since generations, failed bit by bit, they lacked the insight, flexibility and adaptability. The aristocratic system was well-founded in laws and paragraphs, also the forces of the state were in nobility’s firm hand, but the substrate for those terms collapsed.

Due to the increasing industrialization high grade products and tools were suddenly affordable and easy accessible. The democratization of products was followed by the democratization of political structures, skill was of greater importance than ancestry.
It was a time of doing, not conducting. Bureaucracy is preservative and hence very slow in adapting to change. This means that statutory rule and unions of professions could not match the speed of progress and obtain their regulative roles.

 

Due to the rapid developments the mammalian human was challenged: the adaptive embraced progress and pushed the changes further with all their might, the conservative forces responded with rejection and regression. At the same time industrialization was a shift of the balance of force and power in a unique era of peace in Europe so far. This was the seed for the vision of a paneuropean union, that bore fruit in subsequent chapters of european history, pE in Stefan Zweig, and which has been fulfilled with the European Union in the 20th century.

 

The disruption of this era was evident in the smallest cell of its society: man. A precarious, but yet at times lucrative income in a world of roaring alteration, balanced with retreat in a familiar environment, the family, characterize the new formed middle class, nowadays disregarded named ‘bourgeoisie’, which is commonly associated with the ‘Biedermeier’. These circumstances led to the romanticization of the past, the glorification of the frugal trade and troublesome farm life or the rise of a consciousness for a national identity. This disruption and insecurity, as well as the commodities of progress were abused immediately as political asset to gain support for an unclear number of newly risen parties. Enraged and revolting students bantered the ruling class, workers vigorously demanded rights, the poor and unemployed were cleverly used for one own’s end by new players on the political stage.

The rise of a new medium for spreading controlled information supported the scheming of all participants: rotary printing, invented 1843, made high runs of newspapers affordable and compulsory schooling created a wide readership. The state started to police those new means of communication, it spied on its citizens in the name of ‘public security’ to suppress the advent of civil rights in front.

 

In this chaos of diverging motives and causes suddenly the toothless ruling class was deprived of their privileges, they have relied on their system of dominance for too long, the technological advantage has been too long in their hands. The thoroughly put conserving and regulating arrangements lost their grounds and couldn’t be applied any more.

 

Today, in the 21st century, the surrounding conditions have changed, achievements of the socialist revolution, which roots in the Biedermeier and the overlapping Industrialization, are matters of course and perceived as basic rights. Democratic elected parties replaced the nobility and society supposes to have risen above the former social constraints.

 

But: too much of this appears to be quite topical.

 

Those democratic elected parties are as help- and toothless as the nobility back then. The politicians have lost their connection to everyday’s life of their voters and their statements in the media prove this detachment. These rights, earned and paid in blood back then, are restricted in the name of security and the new means of communication are under surveillance of the state. Social and ecological initiatives are criminalized and starved out financially.

 

The agents of the state try everything to hold on to their power; poverty, unemployment and precarious conditions are used as tools of maintaining this power again.

 

The adaptive persist and will successfully pass these new times, the byzantine invoke a questionable national identity and traditional concepts of society, lament about the loss of values and romanticize the cruel past. Shady political agents of even shadier causes haunt for support, traditional gender roles bounce against a progressive lifestyle.

The order of society is being democratized again, this time on a bigger stage. The availability and accessibility to technology will shift the balance of power again, the forces will be demonopolized again.   

 

But the conservative forces will fail like the nobility back then, because undoing progress is not possible.

 

After Biedermeier ‘officially’ ended with the Viennese Revolution, the successional Habsburg Empire collapsed in one of the most cruel wars in the history of man: the First World War.
It was started naive and in gullibility, because the initiators thought, this would be a war like all others. Clear defined skirmishes promising glory, fame and gain of precious land.

But that technological progress, that the nobility wasn’t able to realize, led to the first industrialized war, a war with weapons of mass destruction, with ferocities no man could imagine, denying every decency man believed to have. Stagnancy and regression, lack of understanding and lust for power, and generally the inability to accept changing realities, deeply traumatized Europe and led shortly afterwards to the next catastrophe.

 

Clearly not every progress’ development is an advantage to man, but to deny them is fatal. Although humanity seems to be overextended with today’s requirements, sometimes there are encounters feeding the hope that we have a brighter future ahead of us than the people back then. But in the dark hours of the soul, all that remains is

Nihil Novi Sub Sole

 

Damals / Back Then

Moralische Ratschläge / Moral Pieces Of Advice

17. November 2017

“Jahrzehntelang wurde zum Beispiel überall in Deutschland ein Erbauungsbuch dieser Art gelesen, die ‘Stunden der Andacht’. (…) Es gab keine grundsätzlichen Erörterungen; kein kämpferischer Ton klang auf. (…) Seine Betrachtungen tauchte er (Anm: der Autor) in eine milde, sanfte Religiosität, so wenn er sich über die Tages- und Jahreszeiten äusserte, über die Beziehungen zu den verschiedenen Gliedern der Familie bis hin zu den Tieren, wenn er menschliche Schwächen oder menschliche Vorzüge behandelte. Weise zu werden, das sollte nach den Worten des Verfassers das Ziel des Lesers sein. Vom Seelenheil war selten die Rede. Oft genug gerieten seine moralischen Ratschläge in die Nähe von Benimm-Regeln.”
(p277f)

 


 

“For example: such a book of meditations was read in germany for decades, the ‘hours of devotion’. (…) There were no cardinal considerations, no fierce tone in evidence. (…) His (e.n.: the author) reflections were quenched in mild, meek religiousness, as he spoke out about daytime and seasons, about relationships with members of the family extended even to animals, as he outlined human flimsiness and virtues. Becoming wise, this should be, of the author’s notion, the reader’s intent. Salvation was rarely mentioned. His moral pieces of advice got often into rules of conduct.”

 

 

Gerhard Schildt
Aufbruch aus der Behaglichkeit – Deutschland im Biedermeier 1815-1847
Westermann, Braunschweig 1989, ISBN 3-07-509038-7
Bild: Carl Spitzweg; CCC
Arbeiten / Works

Frau Einen Brief Lesend / Woman Reading A Letter

27. April 2017

Eine junge Frau liest einen Brief. Versunken in der Lektüre vergisst sie ihre Umgebung. Ihr zartes Lächeln deutet auf einen amourösen Inhalt hin.

A young woman is reading a letter. Absorbed by this message she forgot her surrounding. Her airy smile suggests an amouros content.

Michelangelo Pittatore
geboren am 12.2.1825 in Asti/Italien, gestorben 24.3.1903 in Asti/Italien.
Bekannt als Maler religiöser Motive bekam er mit 20 Jahren vom „Höchsten Orden Der Heiligsten Verkündung“, einem römisch-katholischen Ritterorden, den Auftrag für Maria Christina von Neapel-Sizilien zu arbeiten. In Rom widmete er sich Stilleben und Darstellungen des Alltags seiner Zeitgenossen, bevor er 1859 in nach Asti zurückkehrte. 1868 zog er nach London, wo er Zugang zu den höheren Rängen der viktorianischen Gesellschaft erlangte. Der Höhepunkt seiner Karriere war eine Ausstellung and der „Royal Academy Of Arts“. 1872 kehrte er in seine Heimat zurück, ab 1880 macht sich in seinen Gemälden der Einfluss der erstarkenden Photographie bemerkbar.

 

Born on 12.2.1825 in Asti/Italy, died on 24.3.1903 in Asti/Italy.
Known for his religious works in 1845 he gained a commission from the „Supreme Order of the Most Holy Annunciation“, a roman-catholic order of knights, to work for Maria Christina on Naples and Sicily. In Rome he dedicated his work to still-life and genre works, in 1859 he returned back home to Asti. As he moved to London in 1868 he gained access to the upper echelons of the victorian society, the zenith of his career was an exhibition in the „Royal Academy Of Arts“. 1872 he returned home and since 1880 his works showed the increasing influence of photography.
http://www.wikiwand.com/en/Michelangelo_Pittatore

Arbeiten / Works

Mädchen Mit Buch / Girl With A Book

20. April 2017

Eine junge Frau verdeckt mit einem Buch ihren Mund. In ihrem Gesicht ist ein leichtes Lächeln, ihr Blick ist versunken und nach innen gerichtet. Vielleicht hält sie ihr Tagebuch in der Hand?

A young woman covers her mouth with a book. Her face shows an airy smile, her gaze is absorbed and bound inwards. Maybe she holds her diary in her hands?

Pietro Rotari
geboren am 30.9.1707 in Verona/Italien, gestorben 31.8.1762 in St. Petersburg/Russland.
Zu Beginn seiner Karriere machte er sich als Maler religiöser Motive einen Namen, als Portraitmaler schuf er in Italien, Wien und Dresden zahlreiche Werke bevor er in St. Petersburg Hofmaler am Zarenhof wurde. Dort portraitierte er auch Menschen aus dem „einfachen Volk“ und der russischen Gesellschaft, bis dato existieren noch über 360 dieser meist anonymen Gemälde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pietro_Rotari

Born on 30.9.1707 in Verona/Italy, died on 31.8.1762 in St. Petersburg/Russia.
He had his first success as a painter of religious scenery, later he accomplished many works in Italy, Vienna and Dresden as painter of portraits. Then he settled on the czars court as court painter in St. Petersburg. He also depicted peasants and people of russia’s society, today remain still more than 360 paintings of mostly anonymous folk.
https://en.wikipedia.org/wiki/Pietro_Rotari

Arbeiten / Works

Winternachmittag / Afternoon In Winter

31. Januar 2017

Dies ist so eine Art Premiere.
Zu diesem Bild gibt es keine Vorlage. Das Photo ist spontan an einem Nachmittag im Winter 2017 entstanden.
Erst vor Kurzem bin ich im Zuge von Recherchen für dieses Projekt über den dänischen Maler Vilhelm Hammershoi (1864-1916) gestolpert, wie Jan Vermeer ein wahrer Meister des Lichtes. In seiner Sachlichkeit und seinem Realismus hat er möglicherweise Edward Hopper inspiriert, die Bilder haben trotz des Minimalismus ähnliche atmosphärische Dichte.
Tief beeindruckt von seinen Werken geisterte seitdem der Wunsch nach Umsetzung dieser nordischen Stimmung in meinem Projekt herum.

 

This is some kind of premiere.
There’s no template for this picture. This photo was shot very spontaneous on a winters afternoon in 2017.
Recently I stumbled over the danish painter Vilhelm Hammershoi (1864-1916), like Jan Vermeer a true master of light. His objectivity and realism may have inspired Edward Hopper, in spite of their minimalism, the pictures show similar atmospheric intensity.
I am deeply impressed by his works and wanted to realize this nordic mood in my project.

 

Ein riesengrosses „Danke“ an Karin, die sich so spontan meiner Begeisterung anvertraute und ohne zu Zögern mitmachte!

Arbeiten / Works

Gestalt in einem Zimmer / Figure In A Room

27. November 2016

Eine junge Frau liest versonnen eine Nachricht. Der Inhalt dieser Nachricht hat ihre Aufmerksamkeit komplett absorbiert und ihre Umgebung vergessen lassen. In dieser Versunkenheit liegen Verletzbarkeit und Intimität. Einrichtung und Bekleidung lassen den Schluss zu, dass die junge Frau unkonventionell lebt.

A young woman is lost in reading. The subject of this message has absorbed her and made her forget her surrounding. This state shows vulnerablity and intimacy. Furniture and clothing imply an unconventional lifestyle.

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Frank Weston Benson
geboren am 24.3.1862 in Salem/Massachusetts, gestorben 15.11.1951 in Salem/Massachusetts.
Bekannt für seine realistischen Portraits und Vertreter des amerikanischen Impressionismus, stark beeinflusst durch Jan Vermeer, Diego Velazquez und den Boybands der Kunst-Szene, den französischen Impressionisten.

Born on 24.3.1862 in Salem/Massachusetts, died on 15.11.1951 in Salem/Massachusetts.
An American Artist known for his realistic portraits and american impressionist paintings, deeply influenced by Jan Vermeer, Diego Velazquez and the boybands of the art world, the french impressionists.
https://en.wikipedia.org/wiki/Frank_Weston_Benson

Das Gemälde war Gegenstand einer Fälschungsaffäre in der das berühmte britische Auktionshaus Christie’s involviert war.

The painting was part of a forgery affair which involved the famous british auction company Christie’s.

Arbeiten / Works

Briefleserin am offenen Fenster / Girl Reading A Letter At An Open Window

Eine junge Frau ist am offenen Fenster in einen Brief vertieft. Für die Zeit der Entstehung des Bildes wertvolle, weltoffene und symbolträchtige Gegenstände, sowie die Kleidung des Mädchens lassen den Schluss zu, dass es sich hier um eine wohlhabende Person handelt. Im Fenster kann man das angedeutete Antlitz als Reflexion erkennen.

Der unbestimmbare Ausdruck ihres Gesichtes gibt nur wenig Hinweis auf den Inhalt der Nachricht, trotzdem ist zu erkennen, dass es sich hier um einen besonderen Moment im Leben der jungen Frau handelt.

A young woman is lost in reading a letter at an open window. Considering her clothes and for this period precious, cosmopolitan and symbolic items she is a wealthily person. Her face is visible in the reflection of the opened window and although it’s indicated that this is a special moment in the girls life, her expression is indeterminable.

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Jan Vermeer van Delft,
getauft 31. Oktober 1632 in Delft; begraben 15. Dezember 1675 in Delft
Einer der bekanntesten holländischen Maler des Barock im Goldenen Zeitalter der Niederlande.
Bio von Jan Vermeer auf artsy.net

baptised 31. October 1632 in Delft, buried 15. December 1678 in Delft
One of the most famous dutch baroque painters of the nederlandse golden age.
Bio of the artist on artsy.net

Arbeiten / Works

der liebesbrief / the loveletter

Zwei junge Frauen sind in eine Nachricht vertieft, wobei das rechte Mädchen die Gefühlsregungen der Leserin beobachtet. Im Mittelpunkt stehen die Gesichter und Gefühlsregungen der Frauen, sowie ihre offensichtlich vertraute Beziehung zueinander. Die Beleuchtung der Szene ist reduziert um die Aufmerksamkeit des Beobachters auf die Emotion und Intimität dieses Momentes zu legen.

Two young women are delved into a message, the girl on the right watches the emotions of the reader closely. The focus is on the faces and sentiments of those girls as well as on their apparently close relationship. The lighting is reduced to center the viewer’s attention on the emotion and intimacy of this moment.

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Ferdinand Georg Waldmüller,
geboren 15.1.1793, Wien; gestorben 23.8.1865, Hinterbrühl/Mödling.
Einer der bekanntesten Maler des Biedermeier, vorwiegend Landschafts-, Portrait und Genremalerei.
https://de.wikipedia.org/wiki/ Ferdinand_Georg_Waldmüller

Born 15.1.1793, Vienna; died 23.8.1865, near Vienna.
Most famous painter of the Biedermeier, mostly landscape-, portrait and genrepainting.
https://en.wikipedia.org/wiki/ Ferdinand_Georg_Waldmüller

Arbeiten / Works

die erwartete / the expected

Das Mädchen kommt vertieft auf den hoffnungsvoll wartenden Burschen zu. Beide haben sich füreinander hübsch gemacht und er bringt ihr eine Gabe dar.
Auch wenn dieser Moment etwas besonderes, nahezu intim, ist, so befinden sich beide in vertrauter Umgebung ihres Alltages.

The girl approaches the hopefully waiting lad. Both dressed up for each other and he yields a gift for her. Although this moment is very special, almost intimate, both are in familiar environment of everydays life.

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Ferdinand Georg Waldmüller,
geboren 15.1.1793, Wien; gestorben 23.8.1865, Hinterbrühl/Mödling.
Einer der bekanntesten Maler des Biedermeier, vorwiegend Landschafts-, Portrait und Genremalerei.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Georg_Waldmüller

Born 15.1.1793, Vienna; died 23.8.1865, near Vienna.
Most famous painter of the Biedermeier, mostly landscape-, portrait and genrepainting.
https://en.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Georg_Waldmüller

Arbeiten / Works

Frau mit Brief / Woman With Letter

Eine ältere Dame hält eine Nachricht in einer Hand, mit der anderen stützt sie ihren Kopf. Ihr Blick ist sorgenvoll und in Gedanken versunken.
Der Inhalt der Nachricht ist unbekannt, der Ausdruck auf ihrem Gesicht lässt aber den Schluss zu, dass dieser aber von Bedeutung im Leben der älteren Dame ist.

In one hand an elderly woman holds a message, the other hand holds her head. Her expression is sorrow stricken and deep in thought.
The subject of the message is unknown, but her reaction tells that it has meaning in the life of the old lady.

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Jehuda (Yehuda, Yuri) Pen
geboren am 5.6.1854 in Zarasai/Litauen, ermordet 1.3.1937 in Witebsk/Weissrussland.
Einer der wichtigsten Maler der jüdischen Renaissance in der weissrussischen Kunst am Anfang des 20. Jahrhunderts.
https://de.wikipedia.org/wiki/Jehuda_Pen

Born on 5.6.1854 in Zarasai/Lithuania, murdered on 1.3.1937 in Vitebsk/Belarusia.
One of the most important painters of the jewish renaissance in the russian & belarusian art at the beginning of the 20th century.
https://en.wikipedia.org/wiki/Yehuda_Pen